ALTERNATIVE FINANZBERATUNG

Virtuelle Werte in reale Werte umwandeln


"Es ist unmöglich, den letztendlichen Zusammenbruch eines Booms, der durch Kreditexpansion erzeugt wurde, zu vermeiden. Wir haben nur die Wahl, ob die Krise früher auftritt, wenn wir freiwillig die Kreditexpansion beenden, oder aber später, indem das bestehende Währungssystem zusammenbricht."

- Ludwig von Mises (1881-1973)

Ich bezeichne mich als alternativen Finanzberater, da ich von radikal anderen Zukunftserwartungen ausgehe, als in der Mainstream-Finanzberatung üblich. 

 

Ein typischer Finanzberater empfiehlt z.B. einer jungen, berufstätigen Frau den Abschluss einer 3. Säule, um Steuer sparend für das Alter vorzusorgen. Unbewusst wettet man dabei jedoch darauf, dass das ganze System in 30 bis 40 Jahren noch funktioniert. Ich halte es für gefährlich davon auszugehen, dass sich alles ähnlich gut weiter entwickelt nur weil es die letzten 45 Jahre funktioniert hat. 

 

In den folgenden Zeilen skizziere ich, was in den nächsten paar Jahren auf uns zukommen könnte. 

 

Einleitung: Die Instabilität des globalen Finanzsystems

Während die grosse Wirtschaftskrise 2008 überall gespürt werden konnte, waren sich nur wenige bewusst, wie knapp das System von dem totalen Zusammenbruch entfernt war. Der Journalist Luvendijk führte 2012 anonyme Interviews mit Managern aus dem Londoner Bankensektor durch, die er in seinem Buch „Unter Bankern – eine Spezies wird besichtigt“ zusammengefasst hat. Darin beschreibt Luvendijk, wie manche Manager im September 2008 sogar ihre Familien auf das Land evakuiert hatten, weil sie mit dem imminenten Kollaps des Finanzsystems und den entsprechend katastrophalen Folgen für fast alle Lebensbereiche rechneten.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist es heute um das Finanzsystem nicht besser bestellt als vor 2008. Im Gegenteil: Die Verschuldung der Welt beträgt inzwischen das Dreifache der jährlichen globalen Wirtschaftsleistung und steigert sich in einem unaufhaltsamen Tempo weiter. Die Zentralbanken der meisten Industrienationen haben in den letzten Jahren ihre Leitzinsen auf 0 % oder darunter gesenkt, Geld also extrem günstig gemacht. In Japan, der USA und der Eurozone kauft die Zentralbank Unmengen an Staatsanleihen auf und mildert dadurch kurzfristig die Folgen des verantwortungslosen Schuldenmachens. Profitiert davon hat der Finanzsektor, in dem weiterhin überrissene Löhne und Boni ausbezahlt werden und wo kurzfristiges Profitdenken das Mass aller Dinge ist.

Szenario 1: Der unkontrollierte Kollaps des Finanzsystems

Was 2008 fast passiert ist, könnte jederzeit wieder passieren. Grosse Banken können sich massiv verspekulieren, horrende Risiken eingehen und plötzlich zahlungsunfähig werden. (Die Deutsche Bank ist dafür ein Paradebeispiel, denn sie spekuliert zur Zeit mit dem 47-fachen Betrag ihres Eigenkapitals). Sobald ein drohender Bankrott bekannt wird, versuchen alle, ihr Bankguthaben in Bargeld abzuheben. Da jede Bank jedoch nur einen kleinen Bruchteil an Bargeldreserven hat, sind die Banken innert kürzester Zeit unfähig, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. (Schon 2015 versuchte eine Schweizerische Pensionskasse ihr Bankguthaben bar zu beziehen, wozu sie rechtlich absolut berechtigt war. Doch die Bank hatte gar nicht genügend Bargeld, um diese Auszahlung zu machen.) Nicht umsonst bedeutet das Wort „Kreditkrise“ eigentlich „Glaubenskrise“, denn das lateinische Wort „credere“ von dem wir das Wort „Kredit“ haben, heisst übersetzt „glauben“.

Je grösser der Dominoeffekt dieser „Glaubenskrise“ in das System ist, desto gravierender werden die Auswirkungen sein. Alles Vermögen, das auf einem Schuldverhältnis basiert, kann sich innert kürzester Zeit in Luft auflösen (z.B. Bankkonto, Pensionskassengelder, 3a-Säule, Aktien, etc.). Viele glauben irrtümlicherweise, dass Bankguthaben bis 100'000.- Fr. absolut geschützt wären. Dies ist jedoch nur beim Konkurs einer kleinen Bank der Fall, denn die Versicherungssumme für die Bankguthaben beträgt nur 6 Milliarden Fr. Dieser Betrag reicht lediglich zur Sicherung von 1 % der Kundengelder in der Schweiz.

Wie und wann es zu einem solchen Zusammenbruch kommen könnte, lässt sich nicht sagen. Auch sind die konkreten Folgen für Länder und Privatpersonen kaum absehbar. Es kann jedoch auch sein, dass der Kollaps des Bankensystems durch folgende extreme Massnahmen hinausgezögert werden kann.

 

Szenario 2: Enteignung der Bankkunden mittels „Bail-in“

Spätestens seit dem 1. Januar 2016 sind im ganzen Euro-Raum so genannte „Bail-in“ Gesetze in Kraft (in der Schweiz bereits seit 2013). Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) schreibt dazu:

Bail-in bedeutet, dass Gläubiger bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten ihres Finanzinstituts an der Problemlösung beteiligt werden. Dies im Unterschied zum Bail-out, der Kostenübernahme durch Staat und Steuerzahler. (...) Die Gläubiger sollen – wie im Konkurs – für die Verluste des Instituts haften. Der Bail-in greift, wenn das Überleben der Bank nicht mehr gewährleistet ist.“

Laut der geltenden Regelung wären Guthaben bis zu 100’000.- Franken vor dem Bail-in geschützt, doch könnte der Bundesrat diesen Betrag im Extremfall mittels Notrecht auch nach unten anpassen. Eine derartige Enteignung von Bankenkunden wurde 2013 bereits in Zypern „erfolgreich“ getestet.

 

Szenario 3: Enteignung der Bankkunden mittels Negativzinsen und Einschränkung des Bargelds

Seit Januar 2016 häufen sich die Berichte über die geplante (Teil)abschaffung des Bargelds, das jüngste Opfer: Der 500-Euro-Schein. Dafür müssen fadenscheinige Begründungen herhalten: Bekämpfung von Terrorismus, Kriminalität und Steuerhinterziehung. Tatsächlich aber wird mit der Abschaffung des Bargeldes dem Bürger ein sehr naheliegender und wichtiger Fluchtweg aus dem Bankensystem versperrt. Die Zentralbanken könnten ihre bisherige Politik des billigen Geldes fortfahren und die Zinsen auf -5 % oder gar -10 % senken. Dies ist keine Verschwörungstheorie sondern beschreibt nur Gedankenspiele, die sich die Schweizerische Nationalbank bereits Anfang 2015 gemacht hat (die NZZ berichtete). Indem Sparer bestraft und Schuldner belohnt würden, liesse sich das ganze System noch eine Weile über Wasser halten, allerdings mit grossen Nebenwirkungen (man denke nur an die bereits schwierige Situation für Pensionskassen).

 

Szenario 4: Sanierung von überschuldeten Staaten mittels starker Inflation oder Hyperinflation

Viele Industrienationen stecken in einer Schuldenspirale, aus der sie kaum mehr herauskommen. Bei den folgenden Ländern ist die Staatsverschuldung grösser als die jährliche Wirtschaftsleistung:

  • Japan: 250%
  • Griechenland: 183%
  • Italien: 134%
  • Portugal: 129%
  • USA: 107%
  • Zypern: 106%
  • Belgien: 106%
  • Spanien: 100%

 

Da unser Papiergeldsystem nicht mehr an Gold oder Silber gebunden ist, können Staaten ihre Währungen innert kürzester Zeit entwerten. Extreme Beispiele dafür sind die Hyperinflation in der Weimarer Republik (1923) oder in Simbabwe (2008). 

Auch in diesem Fall würde es Menschen hart treffen, die einen grossen Teil ihrer Ersparnisse im Bankensystem haben. 

 

Jedes dieser Szenarien wird sich negativ auf einen grossen Teil der Bevölkerung auswirken. Leider sehe ich keine realistischen Möglichkeiten, dass der langsame oder schnelle Kollaps nachhaltig abgewendet werden kann. Darum bleibt einem nur, sich auf die Folgen vorzubereiten. 

Jetzt ist eine gute Zeit, sich der Risiken im globalen Finanzsystem bewusst zu werden und einen Teilausstieg aus dem Bankensystem zu machen. Gerne berate ich Sie, wie konkrete Schritte aussehen können. 

Abbildung 1: Das Schweizer Vorsorgesystem (Quelle: Finanzmonitor.com)

In der Ära der Tiefst- und Negativzinsen wird der 2. und 3. Säule das Fundament zerstört. 

Abbildung 2: Staatsverschuldung der USA (1791-2016)

Beitrag 1: Bank verweigert Pensionskasse Bargeld-Auszahlung (10vor10)

Abbildung 3: Verkehrte Welt: Bail-in

Abbildung 4: Entwicklung der Zinsen für langjährige Staatsanleihen (1870-2016)

Abbildung 5: Inflation in den USA (1790-2015)

Abbildung 6: 100-Milliarden-Dollar Banknote von Simbabwe aus dem Jahr 2008 - ein Beispiel für Hyperinflation. 

Abbildung 7: Ein Mongolischer Silber-Tugrik aus dem Jahr 1925. Die 18g Silber darin sind heute ca. 10.- CHF wert. Ein Papiertugrik ist heute noch 0,04 Rappen wert. 

Abbildung 8: Triple A Strategie der Investition in reale Werte